[Rezension] „Die Achse meiner Welt“ von Dani Atkins

Klappentext:
Rachel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt. Sie verliert den besten Freund, ihre Zuversicht und die Balance. Jahre später wird ihre Welt zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt. Denn als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben. Ihr bester Freund lebt und ist an ihrer Seite. Wie kann das sein? Und wie fühlt sich Rachel in ihrem neuen Leben – mit dem Wissen über all das, was zuvor geschah? Lassen Sie sich von einer Liebesgeschichte verwirren, die mit nichts vergleichbar ist. „Die Achse meiner Welt“, das Romandebüt der britischen Autorin Dani Atkins, wurde in über 13 Länder verkauft und hat in England für Furore gesorgt.

Klappentext:
Dieser Roman befand sich bereits seit längerem auf meiner Wunschliste, da mich der Klappentext neugierig gemacht hatte und ich bislang schon viel Gutes über diesen Roman gehört hatte. Daher war ich froh, als ich das Buch über tauschticket.de ertauschen konnte.
Als ich dann anfing zu lesen, war ich dann doch ein wenig enttäuscht, da ich anfangs nicht so recht in die Geschichte reingefunden habe. Die Charaktere wirkten auf mich auf den ersten Blick ziemlich stereotyp und ich konnte mich zunächst nicht so ganz in die Handlung hineinversetzen. Insbesondere die Hauptfigur Rachel wirkte auf mich auf anfangs nicht besonders sympathisch, da sie nur wenig Selbstbewusstsein zu haben scheint. Allerdings dauerte es nur knapp 50 Seiten. bis die Handlung mich dann doch noch fesseln konnte.

Der Roman beginnt mit einem „Abschiedsessen“ von Rachel und ihren Freunden, anlässlich ihres Studienbeginns, bei dem ein Auto ins Restaurant rast und Rachels schwer verletzt und ihr bester Freund getötet wird. Ihr Leben ist nun nicht mehr, dass was es mal war. Rachel zieht sich total zurück und lebt ein sehr einsames Leben. Einige Jahre später macht Rachels Leben eine Gradwende um 180°, als sie nach einer Kopfverletzung im Krankenhaus aufwacht und die damalige Tragödie scheinbar nicht so passiert ist. Rachel ist total verwirrt, da sie in ihrer Erinnerung in den letzten Jahren ein völlig anderes Leben gelebt hat, als das, welches sich ihr nun präsentiert.
Während Rachel sich nun versucht darüber klar zu werden, welches Leben ihr wahres Leben ist, findet sie langsam zu ihrem eigenen Selbst.

Dani Atkins hat, vom Anfang der Geschichte mal abgesehen, eine sehr flüssige Schreibweise, die es einem leicht macht der Handlung zu folgen. Insbesondere, als Rachel nach dem Unfall im Krankenhaus erwacht und nicht mehr Herrin ihres Lebens ist, entfaltet Atkins ihr volles Potential und schreibt auf eine vollkommen einfühlsame Art und Weise.
Abgesehen vom Anfang der Geschichte wirken die Charaktere wohl durchdacht und beweisen immer wieder Tiefgang. Die einzelnen Figuren werden nach und nach immer realer und tragen so zum Gelingen der Geschichte bei. Der Unfall hat nicht nur Auswirkungen auf Rachel, sondern auch auf ihr direktes Umfeld, was sich im Wandel der einzelnen Charaktere manifestiert.

Dieser Roman ist voller Emotionen, die niemanden beim Lesen kaltlassen. Man fühlt mit den einzelnen Charakteren, am meisten noch mit Rachel, mit und taucht tief in die Geschichte ein. Man ist schnell gefesselt und kann das Buch nur schwer aus der Hand legen, so sehr möchte man wissen, welches von Rachels „Leben“ denn nun das echte ist.
Am Ende wartet Atkins dann mit einem, wie ich durchaus zugeben muss, sehr interessanten und überraschenden Ende auf, mit dem man nicht rechtet. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich mir immer noch nicht sicher bin, was ich wirklich vom Ende halten soll. Dieser Roman hat auf jeden Fall ein Ende, welches die Leser zum Nachdenken anstimmen wird.

Gesamt betrachtet kann ich sagen, dass mir der Roman, abgesehen vom leicht schwachen Start, ziemlich gut gefallen hat. Ich habe mit Rachel mitgefiebert und bin voll in die Geschichte eingetaucht.
Daher bekommt dieser Roman von mir starke 4 von 5 Punkten.

Gemeinsam lesen

Hallo zusammen,

ich bin auf zwei Blogs (Weltenwanderer & schlunzenbücher) auf eine tolle Aktion gestoßen, bei der man immer Dienstags von seinen Buch, welches man derzeitig liest, berichtet, indem man vier Fragen dazu beantwortet.
Die ersten drei Fragen sind immer vorgegeben:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Die vierte Frage wird jedes Mal neu gestellt und im wöchentlichen Wechsel bei Weltenwanderer und Schlunzenbücher online gestellt.
Ich habe beschlossen, dass ich ab dieser Woche bei der Aktion mitmache werde und würde mich freuen, wenn ihr mir einen Kommentar hinterlasst.

Hier nun meine Antworten:


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Hope’s Crossing: Wo Träume wohnen“ von RaeAnne Thayne. Hierbei handelt es sich um den vierten Teil der Roman-Reihe „Hope’s Crossing“. Momentan bin ich auf Seite 76.







2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Das stimmte zwar nicht so ganz, denn Mary Ella war sehr wohl ein gute Köchin, dennoch entlockte sie damit Caroline wie erhofft ein Lächeln, das den Anflug von Traurigkeit sofort vertrieb.

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?

Hierbei handelt es sich um den vierten Band einer durchaus tollen Liebesromanserie, den ich durchaus zum lesen empfehlen möchte.
Ich denke, dass ein solcher Roman von vielen wahrscheinlich als zu seicht und evtl. teilweise sogar als „Schundliteratur“ wahrgenommen wird, aber mir gefallen solche Romane, in denen der Held immer gutaussehend und stark ist. Man weiß eigentlich immer genau, wie die Handlung ablaufen wird (Frau trifft Mann – sie verlieben sich in einander – es kommt zu einem Missverständnis – letztendlich klärt sich alles auf und es kommt zu einem Happy End), aber dennoch lässt man sich von der Handlung mitreißen. 😉

4. Ist euch schon mal eine Art Missgeschick mit eurem Buch passiert, wie z.B. beim Baden ins Wasser gefallen, ein Getränk über das Buch gekippt oder vielleicht sogar mal „verlegt“ und nicht mehr wieder gefunden?

So ein richtiges Missgeschick ist mir bislang noch nicht passiert. Klar, sind mir auch schon mal ein paar Tropfen Kaffee aufs Buch getropft. Aber bislang konnte ich immer Schlimmeres verhindern, was eigentlich fast ein Wunder ist, da ich gerne beim Frühstücken lese und dabei auch schon mal alles um mich herum vergesse und ich eigentlich schon ziemlich tollpatschig bin.

Schöne Grüße,
Natalie

[Rezension] „Winterapfelgarten“ von Brigitte Janson

Klappentext:
Claudia Konrad ist außer sich. Mit 51 soll sie plötzlich zu alt sein für ihren Job in einer Parfümerie? Nicht besser geht es ihrer Tochter Jule, die nach einem schrecklichen Unfall kaum noch das Haus verlässt. Ihre Freundin Sara ist dagegen müde – von ihrer langweiligen Ehe. Schluss damit, jetzt wird alles anders, denken sich die Freundinnen und ziehen auf einen Apfelhof im Alten Land. Tolle Idee, aber Gebäude können morsch, Äpfel wurmstichig und attraktive Nachbarn eigenbrötlerisch sein. Die Katastrophe naht. Der Rettungsengel auch. Rentnerin Elisabeth, auf der Flucht vor Altersheim und wohlwollender Verwandtschaft, strandet auf dem Hof und bringt mit viel Charme Ordnung in das Chaos.

Meine Meinung:
Dieses Buch besticht direkt auf den ersten Blick wegen seines Covers, welches ziemlich naturbelassen und „ökomäßig“ daherkommt. Des Weiteren ist das Cover ziemlich schlicht gehalten, was direkt mein Interesse geweckt hat, so dass ich es in die Hand genommen habe und den Klappentext gelesen habe.
Ich muss gestehen, dass ich eigentlich ziemlich vorsichtig bin, wenn es um deutsche „Frauenromane“ geht, da ich doch das ein oder andere Mal bereits enttäuscht wurde. Oftmals versuchen diese übertrieben witzig und total realitätsfern daher zu kommen. Aber, da ich generell auf Geschichten stehe, die in einem ländlichen Umfeld spielen (da kommt das Landei in mir raus), habe ich mir das Buch dann doch vorgenommen und kann sagen, dass ich angenehm überrascht wurde.
Janson ist wirklich ein toller Roman gelungen, bei dem es mir schwer fiel, es aus der Hand zu legen. Ich habe beim Lesen mit den einzelnen Frauen mitgefiebert und auch die ein oder andere kleine Träne vergossen (sowohl vor Lachen, als auch kurz vor Traurigkeit. Die Autorin schafft es auf wundervolle Weise einen beim Lesen in das alte Land zu entführen, so dass man direkt einen Apfelduft in der Nase hat und man sich alles bildlich vorstellt.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zunächst Claudia, der mitgeteilt wird, dass sie mit ihren 51 Lebensjahren zu alt für ihren Job als Beraterin in einer Parfümerie ist, und Sara, dich sich gerade von ihrem Mann getrennt hat und gelangweilt von ihrem Leben ist. Als Claudia auf die Idee kommt, einen Apfelhof im alten Land zu kaufen, weil sie in Hamburg auf dem Markt eine alte Apfelsorte gegessen hat und seitdem von diesem scheinbar besessen ist, kommt Sara mit, eigentlich nur, um Claudia die ganze Sache auszureden, und lässt mit in das Vorhaben involvieren. Gemeinsam bringen sie Claudias Tochter Jule, die seit einem schweren Reitunfall, mit ihrem Leben hadert und kaum noch ihre Wohnung verlässt, dazu zu ihnen auf den Hof zu ziehen. Kurze Zeit später hat dann auch noch die rüstige Rentnerin Elisabeth auf der Straße direkt vor dem Hof eine Autopanne und „strandet“ dann auch noch auf dem Apfelhof und sorgt mit ihrer ausgeglichenen Art für Ordnung auf dem chaotischen Hof.

Auch wenn dies ein recht typischer Frauenroman ist, der auch mit einer Menge Klischees aufwartet, verliert man sich schnell in die Geschichte, da wahrscheinlich viele von einem Neuanfang träumen, der es einem ermöglicht den Ballast der Vergangenheit von sich zu werfen und einfach ein neues Leben zu starten. Janson sorgt mit ihren vier völlig verschiedenen Frauencharaktere dafür, dass für jede Leserin eine Figur dabei ist, mit der man sich identifizieren kann.
Jede der vier Frauen, hatte eigene Charakterzüge, die nur sie jeweils kennzeichnet, was es einem leicht macht, die Figuren schnell voneinander zu unterscheiden. Die Figuren wirken, bis hin zu den Nebenfiguren, wie dem granteligen Nachbarn Johann und Jules im Rollstuhl sitzender Freundin, wohl durchdacht und lebendig.

Die Autorin schafft es mit einem überaus flüssigen, manchmal leicht (selbst-) ironischen und berührenden Schreibstil den Leser in seinen Bann zu ziehen. Die „alten“ Bewohner des alten Lands begegnen den Neuankömmlingen mit einer Menge Argwohn (und teilweise auch ein wenig feindselig), was die Geschichte glaubwürdig und real erscheinen lässt.
Janson hat mit diesem Roman zumindest bei mir dafür gesorgt, dass ich deutschen Romanen gegenüber momentan nicht allzu kritisch gegenüber stehe, da sie mit ihrer Natürlichkeit einfach überzeugen kann. Dies wird wahrscheinlich nicht der letzte Roman sein, den ich von der Autorin gelesen habe.

An diesem Roman habe ich im Grunde so gar nichts auszusetzen, da hier irgendwie alles gestimmt hat: Die Figuren waren lebendig und wirkten real, das rauhe Umfeld im alten Land wurde nicht beschönigt, und die Handlung weist immer wieder neue Wendungen auf.
Daher bekommt das Buch von mir 5 von 5 Punkten!